Tagebuch einer Studentin - 08.04.2020

Hallo!

Mein Name ist Myriam Muster. Ich studiere Agronomie an der Berner Fachhochschule in Zollikofen. Letzten November habe ich einen einwöchigen fakultativen Kurs über die in der Schweiz angebauten Pilze besucht.

Zuvor lasen wir über die verschiedenen Pilzarten, die in der Schweiz produziert werden, und suchten so viele Informationen wie möglich über die Methoden ihrer Produktion. Darüber hinaus gingen wir zu einem Einzelhandelsgeschäft (Migros, COOP, Manor, Globus, ...), um jedes Pilzprodukt aufzulisten, zu beschreiben und zu fotografieren.

Am Montag tauschten wir Informationen über die Produktionsmethoden der Pilze aus. Wir probierten auch etwa zehn Pilzsorten, die in Scheiben geschnitten und schnell in neutralem Öl gekocht worden waren. Wir analysierten sie unter dem Gesichtspunkt ihres Aussehens, aber auch des Geruchs, Geschmacks und der Textur im Mund. Dies war die Gelegenheit, den Shimeji-Pilz zu entdecken. Unter den 20 Teilnehmern sagten einige wenige, dass der braune Champignon einen stärkeren Geschmack habe als die weiße Sorte. Was mich betrifft, so bin ich davon überzeugt, dass nur die Farbe sie unterscheidet. Am Ende des Nachmittags machten wir einen Aperitif auf der Grundlage der am häufigsten angebauten Pilze, begleitet von einem guten Walliser Weisswein.

Am Dienstag besuchten wir die Wauwiler Champignons AG und danach die Bio Gotthard Pilze AG, um unter der Leitung der Firmenleitung die Produktionshallen zu besichtigen. Dies gab uns die Möglichkeit, das in der Praxis Gelernte mit dem Gelesenen zu vergleichen. Wir schätzten besonders die Tatsache, dass Roland Vonarburg und Alex Lussi unsere vielen Fragen beantwortet haben.

Der Mittwoch war den Produkten und dem Markt gewidmet. Wir haben die vor dem Kurs gesammelten Daten gepoolt und die Marktsegmente analysiert. Roland Dürrenmatt, Category Manager Obst und Gemüse bei Prodega/Transgourmet, stellte die Rolle von Pilzen und Pilzprodukten im Prodega-Sortiment vor. Fritz Burkhalter, Generalsekretär des Verbandes der Schweizerischen Pilzproduzenten, erläuterte die Herausforderungen und die langfristige Strategie der Pilzproduktion in der Schweiz.

 

             

Basierend auf der Analyse von Pilzprodukten auf dem Schweizer Markt und unter Anwendung bewährter Kreativitätstechniken haben wir Ideen für neue Pilzprodukte entwickelt. Dann gingen wir in die Küche, um sie zu realisieren und die ganze Klasse davon kosten zu lassen. Sie alle wurden sorgfältig hinsichtlich ihres Aussehens und ihrer organoleptischen Eigenschaften bewertet. Jede Arbeitsgruppe verfasste dann einen Bericht über das von ihnen erstellte Produkt. Insgesamt waren die präsentierten Produkte originell und gut gemacht. Viele von ihnen würden jedoch Verbesserungen und Produktionsanpassungen für einen Übergang zu einer Produktion in größerem Maßstab erfordern.

Am Freitag konzentrierten wir unsere Aufmerksamkeit auf die Trüffel und den Trüffelanbau in Bonvillars am Ufer des Neuenburger Sees am Fusse des Juras. Frank Siffert begrüßte uns im Hof des ehemaligen Klosters, wo jeden letzten Samstag im Oktober der beliebteste Trüffelmarkt der Schweiz stattfindet. Herr Siffert stellte uns die europäischen Trüffelarten, die mit ihnen verbundenen Bäume und die Biotope, in denen die Trüffel wachsen, vor. Wir waren natürlich auch am Boden und sahen den Trüffelhund und sein Herrchen bei der Arbeit. Nur wenige Meter von einer Villenanlage entfernt bot eine gut entwickelte, abwechslungsreiche Hecke diesen beiden Experten ein Dutzend Herbsttrüffel! Wir sahen auch mehrere Trüffelplantagen, von denen eine zum Studium und zur Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit dient. Der Tag wurde mit einer Mahlzeit auf der Basis von Herbst und weißen Trüffeln fortgesetzt! Nichts anderes als das!

            

 

Insgesamt haben wir gesehen, dass Pilze aufgrund neuer Ernährungstrends, ihrer lokalen Produktion und des Respekts für die Umwelt ein starkes Entwicklungspotenzial haben. Und, diese Unterrichtswoche wurde sehr geschätzt, weil wir viel gelernt haben, die Referenten leidenschaftlich und spannend waren, das Programm abwechslungsreich und praxisorientiert war. Kurz gesagt, alles, was wir als Studenten lieben!

*Name von der Redaktion geändert
www.bfh.ch/hafl/de/

 

 

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